Hohenholzer
In Hohenholz lebt der sogenannte "Hohenholzer".
Er ist ein Format. Ihn gibt es als Mensch, als Pferd, als Hund und in vielen anderen Formen.
Er ist nicht rot, nicht braun, nicht gelb, nicht grün, nicht blau, nicht schwarz, sondern --- weiß, plus blanc que la neige.
Ihn gibt es nie in ganz reiner Form. Denn das wäre sein Untergang.
Und - ihn gibt es seit Tausenden von Jahren.
Als Mensch soll der Hohenholzer von Sysyphos abstammen, vom Liebling der Götter. Lebenslang rollt er eine "Sphäre" den Abhang hinauf. Um sich daran zu erfreuen, wie dieser Stein wieder hinunter rollt.
Als Pferd und Hengst ist der Hohenholzer ruhig, gehorsam und - anders als die Stuten - tut er stets das, was man ihm sagt. In seiner Freizeit ist er verspielt, erfindungsreich, muß viel umher laufen und ist sehr gelehrig. Manche bezeichnen ihn - fälschlicherweise - als genial. Er hat - aus gutem Grund - stets das Bedürfnis, sein Revier zu reinigen. Seine Damen mögen ihn nämlich nur sehr selten. Weil er will, daß sie für ihn still stehen wie ein Baum. Damit verletzt er sie - tief.
Als Hund stammt der Hohenholzer von zwei sehr unterschiedlichen Eltern ab. Sein Vater ist ein dekadenter Retriever aus uraltem schwert-adligem Geschlecht, der sich gepaart hat mit einer bildschönen blütendweißen Paria-Hündin von unklarer Genealogie, die dem horizontalen Gewerbe sehr nahe steht. Es klappt auch umgekehrt. Die Nachfahren der beiden sind hervorragend geeignet für Aufgaben als Polizei-, Blinden- und Jagdhunde, haben kaum noch Hüftleiden, eine Bluterkrankheit oder den berühmt-berüchtigten verkürzten Arm.
Sympatisanten und Interessenten melden sich bitte unter manorhousekg@aol.com